… und weiter geht’s!


Mein krudes Hirn bietet mir zuweilen feinstes Kopfkino, meist wenn ich schlafe und keinen Einfluss darauf nehmen kann. Oft sage ich im Spaß, wenn Roland Emmerich meine Träume verfilmen würde, hätte er wieder einen Blockbuster nach dem anderen. Manche Träume lassen jedoch auch tief blicken und brauchen kein Traumdeutungsbuch, um verstanden zu werden …

Erst gestern Nacht wachte ich kurz nach 4 völlig irritiert und verstört auf. Was ich geträumt hatte, war kein Albtraum, aber auch nichts Angenehmes. Im Gegenteil, es saß mir im Genick. Den ganzen Tag.

Im Traum war ich in meiner Heimatstadt unterwegs und versuchte eine Straße auf der anderen Seite des Flusses zu erreichen. Ich hab fast mein ganzes Leben hier verbracht, ich kenne die Stadt wie meine Westentasche, doch im Traum verlor ich vollkommen die Orientierung. Nichts sah mehr so aus wie sonst, ich fand mich einfach nicht mehr zurecht und verirrte mich immer mehr. Auf einmal stand ich in einem offensichtlich sehr alten Teil der Stadt, einer Art Parkanlage, die schon lange verlassen war. Alles war grau und trist, die Bäume waren abgestorben und morsch, vertrocknete Blätter wirbelten über den Boden. Hier und da zwischen toten Gräsern waren vereinzelt verwitterte schwarze Steine zu sehen, fast wie Grabflächen. An ihnen glänzten noch Bronzetafeln mit nicht mehr lesbarer Schrift, und wenn man ihnen näher kam, schien eine kaum zu verstehende Stimme im Wind die Geschichte der Leute zu erzählen, die schon vor mehr als hundert Jahren hier wohl mal gelebt hatten. Es war unglaublich bedrückend, beklemmend und trostlos, trotzdem muss ich lange dort verharrt haben, ich kann noch den Stein unter meiner Hand spüren, die ich eine Weile gedankenverloren darauf hatte ruhen lassen … dann schaute ich auf meine Uhr und schrak auf „Oh Gott, beeil Dich, Du kannst nicht am ersten Arbeitstag im neuen Jahr zu spät kommen“. Dann wachte ich auf …

Ich hab selten so intensiv geträumt und so lange gebraucht, einen Traum und seine Eindrücke wieder abzuschütteln. Selbst nach Feierabend dachte ich noch darüber nach und entschloss mich dann, das Ganze in ein Bild zu packen – wozu hat man schließlich ein virtuelles Hobby, mit dem man sich kreativ austoben kann? Gesagt, getan und noch beim Gestalten der Szene immer wieder gegrübelt. Aber eigentlich liegt es klar auf der Hand …

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Abschied nehmen und auf zu neuen Ufern. Sinnbildlicher kann man doch einen (Jahres-)Neustart nicht beschreiben. Gut, mein Hirn hätte sich das nun wirklich komfortabler ausmalen können, aber ich bin auch jemand, der ungern loslässt. Ich verlasse nur sehr widerwillig meine Komfortzone und wenn mein Herz an jemandem oder einer Sache hängt, dann aufrichtig und nicht nur, weil es mir eben mal gut in die Freizeitgestaltung passt. Ich bin diesbezüglich gerade in letzter Zeit angezählt und unsanft daran erinnert worden, dass man nicht immer nur an das Gute im Menschen glauben kann, sondern leider auch auf die weniger schönen Seiten vorbereitet sein sollte. Und es gibt einfach Entscheidungen anderer, auf die ich keinen Einfluss nehmen kann (und auch nicht mehr will). Damit muss ich mich abfinden und meinen Frieden schließen. Komischerweise ist das seit gestern so. Als ob ich innerlich mit ein paar Sachen abgeschlossen habe und nun endlich wieder den Blick nach vorn richten kann. Was nützt es mir, wenn ich Vergangenem hinterher trauere und das doch schon längst Eingetretene nicht wahrhaben will? Ich fühl mich tatsächlich erleichtert …

Es wird in 2017 Veränderungen geben, in beiden Welten. Ab nächster Woche habe ich einen neuen Chef, der hoffentlich schnell gut Fuß fassen und sein Amt endlich mit der Kompetenz füllen kann, die es schlichtweg erfordert. Ich werde zu zwei tollen Konzerten fahren, erst zu Fury in the Slaughterhouse im März und dann im Juni zu Coldplay (yayayay!). Ich will mir vieles nicht mehr so zu Herzen nehmen, dass es mir schlaflose Nächte bereitet, in denen ich immer und immer wieder die Dinge durchdenke. Und nächsten Monat steht mir die 40 bevor o.O Was SL betrifft, ich denke nicht, dass meine FL an Umfang verlieren wird, aber ich würde sie am liebsten umbenennen in KL = Kontaktliste. Denn wahre Freunde darauf? Oh das ist in der Tat ein sehr überschaubares Feld geworden. Ich werde neuen Leuten weiterhin aufgeschlossen gegenüber stehen und die alten Freunde hegen und pflegen, nur alles mit etwas mehr Vorsicht. SL ist und bleibt ein Hobby und wenn mich Sachen zu sehr belasten, dann, ja dann heißt es loslassen. Aber so ganz kann man halt nicht aus seiner Haut, daher weiß ich jetzt schon, dass ich erneut auf die Schnauze fallen werde, danach wieder aufstehe, die Krone richte und weiter geht’s! Blaue Flecken verheilen wieder 😉

Auf ein tolles 2017!

In diesem Sinne, die Charlie

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